Agile Entwicklung – Interview mit der Produktmanagerin Kerstin Buth
20.07.2010 11:22
Scrum (engl. für Gedränge) ist
eine Managementmethode im Rahmen agiler Softwareentwicklung. Neben einer
präzisen Taktung der Arbeit durch Iterationen basiert die Methode auf einer
klaren Rollenverteilung zwischen Team, Product Owner und Scrum Master. Kerstin
Buth, Produktmanagerin bei Lindenbaum GmbH, ist seit wenigen Wochen Professional
Scrum-Master. Zertifiziert wurde sie im Rahmen der Karlsruher Entwicklertage
von Ken Schwaber, einem der Begründer dieser Methode. Dem Lindenbaum Newsletter
beantwortete sie dazu einige Fragen:
Frage: Warum haben Sie sich entschlossen, sich zum Scrum Master
zertifizieren zu lassen?
Kerstin Buth: Die Zertifizierung zum Professional
Scrum-Master war eigentlich ein Nebenprodukt. Für mich als Produktmanagerin bei
Lindenbaum war es wesentlich wichtiger, meine Scrum-Kenntnisse für meine Rolle
als Product
Owner zu vertiefen. Der Product Owner ist die Schnittstelle zwischen
dem externen Auftraggeber und dem internen Entwicklerteam. Die Schulung von Ken
Schwaber hat viele Anregungen gegeben, wie man in dieser Rolle die Prozesse
vorantreiben kann.
Frage: Was ändert sich für die Kunden?
Kerstin Buth: Wir versprechen uns von der Methode, dass
wir noch besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen können. Der Scrum-Prozess
hilft uns den Entwicklungsprozess transparenter zu gestalten. Und für die
Kunden ist es attraktiv, dass wir alle drei Wochen eine Installation auf dem
Testsystem vornehmen, auf der dann die Kunden ein fertiges Inkrement der
Software direkt testen können. Das Feedback kann dann direkt wieder in den
Entwicklungsprozess eingebracht werden, so dass das Produkt am Ende den
Kundenwünschen und –erwartungen auch genau entspricht.
Frage: Und was ändert sich intern bei
Lindenbaum?
Kerstin Buth: In der agilen Entwicklung sind
wir keine Neulinge. Einige Elemente wie zum Beispiel Pair Programming oder die
konsequente Software-Entwicklung im Team setzen wir schon seit geraumer Zeit
um. Wir machen sehr gute Erfahrungen: zum Beispiel lässt sich durch die
dreiwöchigen Sprints eine transparentere Qualitätssicherung umsetzen. Man kann
flexibler mit Anforderungen umgehen, wenn man nicht für das ganze Jahr schon
eine starre Road Map geplant hat. Und die konsequente Teamarbeit ist
motivierend: Die interne Kommunikation hat sich grundlegend verbessert. Jedes
Teammitglied kann mehr Verantwortung für seine Arbeit übernehmen und hat – nicht
zuletzt – einen Blick auf das Gesamtergebnis. Diese Elemente wollen wir in
Zukunft weiter ausbauen und verbessern.
Mehr Informationen zu Scrum z.B. unter scrum.org

