Checklisten für internationale Telefonkonferenzen
14.04.2010 10:00

Die Organisation einer internationalen Telefonkonferenz ist das geringste Problem, das kann Lindenbaum Ihnen versprechen. Aber was geschieht, wenn zum verabredeten Zeitpunkt alle Teilnehmer im virtuellen Konferenzraum sind? Was muss man beachten, wenn English Native Speakers und Nicht-Muttersprachler gemeinsam eine Telefonkonferenz abhalten?
Gemeinsame Telefonkonferenzen von (in den meisten Fällen) English Native und None Native Speakers weisen ganz spezielle Probleme auf: in einer Untersuchung von Business Spotlight, gemeinsam mit der Zurich Academy Europe and York Associates untersuchen die Autoren Bob Dignen, Ian McMaster und Mike Seymour die spezifischen Schwierigkeiten, wenn englische Muttersprachler mit Fremdsprachlern gemeinsam eine Telefonkonferenz durchführen.
Unter anderem formulierten die Nicht-Muttersprachler herbe Kritik an den englischen Native Speaker: „Sie nutzen ihre Sprache als Waffe“, mag hier als Höhepunkt der Vorwürfe zitiert werden. Die Autoren haben eine Befragung von 164 Deutsch sprechenden Teilnehmern durchgeführt. Ungefähr die Hälfte unter ihnen sagten, dass die Native Speaker die Telefonkonferenzen dominierten und die „Fremdsprachler“ eher zuhören als sprechen. Nur ein Viertel erlebt in der Regel einen ausgewogenen Austausch. Mehr als 80 % haben manchmal Schwierigkeiten, die Native Speaker zu verstehen, zum Beispiel weil diese zu schnell sprechen, nicht deutlich sprechen, einen starken Akzent haben oder ungewohntes Vokabular verwenden.
Was ihre eigenen Beiträge anbelangt, finden Nicht-Muttersprachler ihr eigenes Vokabular häufig nicht ausreichend und haben Schwierigkeiten, eigene Beiträge in die Diskussion einzubringen.
Interessant sind die Vorschläge der Autoren zur Verbesserung der Kommunikation. Schließlich kann es nicht die einzige Lösung sein, dass Nicht-Muttersprachler ihre Englisch-Kenntnisse weiter verbessern. Auch ein an die Situation angepasster Kommunikationsstil kann einige Probleme lösen.
Für englische Muttersprachler haben die Autoren folgende Tipps parat:
- Sprechen Sie langsamer und werden Sie auch nicht wieder schneller, wenn Sie z.B. einen anderen Muttersprachler ansprechen.
- Artikulieren Sie deutlich und sprechen Sie einen Standardakzent.
- Sprechen Sie weniger.
- Bemühen Sie sich um Struktur und Logik in Ihren Aussagen.
- Verzichten Sie auf Witze.
- Bauen Sie ab und zu mal eine Rückfrage ein, ob die anderen Konferenzteilnehmer sie verstanden haben.
- Springen
Sie nicht zwischen den Tagesordnungspunkten hin und her.
Nicht-Muttersprachlern raten die Autoren:
- Übernehmen Sie Verantwortung - greifen Sie ein, wenn Sie merken, dass eine gemischte internationale Telefonkonferenz schief geht. Oft ahnen Muttersprachler nichts von den Problemen der Fremdsprachler und brauchen einen kleinen Hinweis.
- Setzen Sie sich jemanden zu ihrer Unterstützung an die Seite; vier Ohren hören besser als zwei.
- Fangen Sie schon vor der Konferenz mit dem Netzwerken an. diskutieren Sie mit Teilnehmern vorab Agenda, Interessen und Ziele der Telefonkonferenz.
- Nutzen Sie interaktive Formate, zum Beispiel mit Online-Text: so können Sie Rückfragen aber auch Notizen für das Protokoll für alle sichtbar machen, auch so klären sich schon viele Verständnisprobleme.
- Planen Sie mehr Zeit ein, als für eine Telefonkonferenz in Ihrer Muttersprache. Entscheidungen brauchen länger, wenn die Kommunikation mit zusätzlichen Belastungen verbunden ist.
Die vollständige Studie ist veröffentlicht in Business Spotlight 2/2010 ISSN 1617- 1888.

